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Learjet 23

Hin und wieder kommt es in der technologischen Entwicklung unvermittelt zu einem Durchbruch, der den bekannten Stand der Technik weit hinter sich lässt. In solchen Fällen reden wir dan gern von „Meilensteinen“. Ein solcher war ohne Zweifel das Auftauchen des von William (“Bill”) P. Lear Sr. Vorangetriebenen und entwickelten Lear Jet 23.

 

Der Pionier und sein Konzept

Anfang der 1960-er Jahre leitete Bill Lear, von dem wir heute als dem „Vater des Business Jet“ sprechen, ein aufregendes Projekt ein, das der zivilen Luftfahrt für immer ein neues Gesicht geben sollte. Seine Vision war ein kleines, zuverlässiges und komfortables Düsenflugzeug mit transkontinentaler Reichweite, das noch für Normalbürger wirtschaftlich erschwinglich war. Der Name des Flugzeugs war zunächst Lear Jet, aber daraus wurde dann bald Learjet, dem es beschieden sein sollte, das meist verkaufte Flugzeug seiner Art zu werden. Mit ihm entstand das, was man künftig ein „family concept“ nennen sollte. Gewissermaßen eine Familie von ähnlichen Modellen mit der gleichen Grundstruktur, an deren Anfang der Lear 23 stand, dessen erstflug am 7. Oktober 1963 stattfand.
Der charismatische Unternehmer Lear hatte sich in der Schweiz niedergelassen, nachdem er bereits eine Reihe erfolgreicher, technologischer Neuerungen aufzuweisen hatte, darunter das „8-Track Sound Recording ‚“System“.
Zwar war er nicht unbedingt das, was man einen „Aviation Man“ nennen würde, aber er war der Fliegerei gegenüber von Herzen aufgeschlossen.
Irgendwann hatte es ihn gepackt, sein Interesse an der Geschäftsfliegerei wurde geweckt, und er machte sein Debut auf diesem Markt mit dem Learstar. Dahinter steckte eine von ihm angebotene, elegent durchgestaltete Version des Lockheed Lodstar, entwickelt aus überschüssigen Beständen zu einem schnellen Reiseflugzeug. Zwar war dies umgehend ein wirtschaftlicher Erfolg, aber Lear wa denoch unzufrieden, da die Höchstgeschwindigkeit aufgrund der Verwendung von Kolbentriebwerken begrenzt war. Hier nun kamen zwei Dinge zusammen, welche die Grundlage bilden sollten für Lears einzigartige Entwicklungsleistung:

Lear erkannte, dass die potentiellen Kunden bereit waren, die höchsten Reiseflughöhen und Geschwindigkeiten zu akzeptieren. Um dies zu erreichen musste er Größe und Gewicht des Flugzeugs auf ein Minimum reduzieren bei höchst möglicher Triebwerksleistung, um so in den Bereich militärischer Jagdflugzeuge vorzustoßen und gleichzeitig das Höchstgewicht unter 12.500 pounds bzw. 5.670 kg zu halten. Damit läge dieses Flugzeug noch inerhalb der in FAR-Federal Aviation Regulations Part 3 vorgegebenen Höchstwerte für die „Light Aircraft Category“, womit sich auch Entwicklungskosten und –zeit reduzieren ließen.
Lear trug sich mit dem Gedanken, das Flugzeug wegen geringerer Lohn- und Materialkosten in Europa zu produzieren. 1960 gründete er in der Schweiz die Swiss American Aircraft Company (SAAC), ließ diesen Gedanken jedoch fallen, als es sich als zu zeitraubend und schwierig erwies, die verschiedenen Subunternehmer zu koordinieren, und er gründete die Lear Jet Corporation in den Vereinigten Staaten.
Bill Lear konnte für die Leitung seines Vorhabens eine Gruppe der renommiertesten Persönlichkeiten gewinnen. Zu diesen gehörte auch der Vater der P-16, Hans-Luzius Studer, als Programmleiter und Henry Beaird mit umfangreicher Erfahrung aus dem Zweiten Weltkrieg als Test- und Entwicklungspilot.
Zur hohen Leistungsfähigkeit trug in nicht geringem Maße die schlanke high-aspect-ratio Tragfläche bei. Ein Nachteil der daraus resultierenden geringen Konstruktionsstärke der Fläche war der Umstand,dass es keine Möglichkeit zur Unterbringung von Kraftstofftanks in den Tragflächen gab, was dazu führte, dass die Tanks an den Spitzen der Tragflächen angeordnet wurden, die so dem Learjet das ganz besondere, charakteristische Aussehen gaben.

 

Geschichte und knapper Abriss der ersten Baureihen

Das erste Serienmodell des so erfolgreichen Learjet 23 wurde im Oktober 1964 ausgeliefert, was die Geburtsstunde des Business Jets kennzeichnet.

Zur Übersicht sei hier kurz das Nachfolgemuster Learjet 24 erwähnt, das 1966 den Learjet 23 ablöste, nachdem 105 Maschinen mit der Bezeichnung Learjet 23 ausgeliefert waren. Mit dieser Version rückte der Learjet in die Zulassungskategorie FAR Part 25 vor, welche die Anforderungen der gewerblichen Luftfahrt zugrundelegte.
Noch bevor die Version Learjet 24 angeboten wurde, konnte der Learjet 23 auf die Leistungsdaten der künftigen Version 24 hochgerüstet werden, und eine Anzahl der künftigen Learjet 24 hatten als Learjet 23 begonnen.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Lear Jet Corporation 1966 ihen Namen in Lear Jet Industries änderte, aus der dann die Gates Learjet Colrporation wurde, nachdem 1970 die Gates Rubber Company die Mehrheit an den Geschäftsanteilen übernommen hatte.

Schließlich wurde das gesamte Unternehmen von der kanadischen Bombardier-Gruppe übernommen, welche den Learjet bis heute über eine Reihe von Modellen kontinuierlich weiterentwickelt hat.

 

Einiges zum Aspekt der Flugsicherheit

Viele sagen, der Learjet sieht aus, klingt und fliegt sich wie ein Düsenjäger, was sich natürlich aus seiner Entwicklungsgschichte ableitet, zumal er auf das Modell P-16 zurückgeht.

Obwohl sofort kommerziell erfolgreich hatten die ersten Learjet-Modelle ein Handicap, das aufgrund der Tragfläche und ihrer Stall-Eigenschaften sehr bald offensichtlich wurde, indem ein Stall ohne deutlich erkennbare Hinweise unvermittelt eintreten konnte. Die Tragfläche wurde daher sehr bald entsprechend abgeändert. Ein anderes Problem in der Anfangsphase war, dass viele Piloten, hauptsächlich solche mit einem militärischen Background darauf versessen waren, das Flugzeug bis an seine Grenzen in Bezug auf Flughöhe und Geschwindigkeit zu bringen. Dabei wurden in einzelnen Fällen vorgesehen Höchstbelastungen oft weit überschritten, was in einigen Fällen zu einem Verlust des Flugzeugs führte.

Dies traf hauptsächlich auf das Modell 24 zu, und insgesamt 39 Maschinen gingen im Laufe der Zeit durch Unfälle verloren.


Viele Flugzeugliebhaber werden zugeben, dass sie in ihrem Fliegerherzen ein Lieblingsmodell oder gar mehrere haben, bei dessen Erwähnung ihre Augen leuchten und das sie fliegen wollen, wenn sie eins sehen. Für uns gibt es deren zwei. Die Douglas DC-3, die von ihren ersten Kunden, der britischen Royal Air Force, liebevoll ‚Dakota’ genannt wurde und die Mutter aller Business Jets’, der Learjet, den viele ihrer Freunde einfach nur ‚Lear’ nennen. Dabei handelt es sich selbstverständlich um das Modell Learjet 23.


Genießen Sie Ihren Flug im Lear 23!

 

Ein Paar interesante Links zum Thema Learjet 23:

 

Learjet 23 photos bei airliners.net

 

auf Youtube:

Learjet 23 Take-off

Learjet 23 Landung

Learjet 23 Akrobatik

Gear up landing!

 

FFA P-16 die Inspiration für den Learjet 23

 

The Learjet im Film:

Cap Cover

Eine weitere Inspiration für uns den Learjet 23 zu bauen, war der Film "Unternehmen Capricorn". Guter Film mit guten Flugszenen.